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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegen Weisheit und Liebe verborgen …


20. Oktober 2019

Urge­schich­te

 

 

Prto­kol­lan­tin: Julia­ne Czuk­ta

In die­sem Semi­nar wird durch Metho­den der Her­me­neu­tik Gen 1-12,3 ana­ly­siert. Am ers­ten Semi­nar-Tag betrach­te­ten wir Gene­sis 1 bis Gene­sis 2 V. 4a. Der Text­ab­schnitt wird über­wie­gend als Mythos auf­ge­fasst und ist sowohl die Ein­lei­tung ins Alte Tes­ta­ment als auch die Ein­lei­tung der gan­zen Bibel, somit ist er auch für das Neue Tes­ta­ment essen­zi­ell. Kon­text­über­blick: Nach die­sem Abschnitt folgt die Geschich­te von Adam und Eva und deren Söh­nen (bis ein­schließ­lich Gen 4). Danach folgt die Sint­flut (Gen. 6-9), weil Gott die Schöp­fung bereu­te. Die anschlie­ßen­de Akzep­tanz der nicht per­fek­ten Men­schen, wur­de durch den Bund mit Noah besie­gelt. Wor­auf es eini­ge Zeit spä­ter zum Turm­bau zu Babel kommt (Gen 11), der Gott zeig­te, dass den Men­schen fast alles mög­lich ist, was aber nicht unbe­dingt gut ist und ggf. auch gefähr­lich. Trotz­dem ver­nich­te­te Gott die Men­schen nicht. Spä­ter in in Gen 11 tritt Abram (Abra­ham) auf den Plan, der der Stamm­va­ter Isra­els ist, aber in ihm sol­len auch „alle Geschlech­ter auf Erden“ geseg­net wer­den (Gen. 12 V. 3), was auch für das Neue Tes­ta­ment wich­tig ist.

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Ent­ste­hung des Chris­ten­tums nach dem Neu­en Tes­ta­ment

 

Pro­to­kol­lan­tin: Julia­ne Czuk­ta

Die­ses Semi­nar dreht sich um die Ent­ste­hung des Chris­ten­tums. Als Bibel­text wur­de am ers­ten Semi­nar­tag Lukas 1,5-2,15 her­an­ge­zo­gen.

Es geht um die Geburt Johan­nes des Täu­fers und die Geburt Jesu. Inhalts­an­ga­be: In dem Text geht zuerst um Zacha­ri­as und sei­ne Frau Eli­sa­beth, die kei­ne Kin­der bekom­men konn­te. Zusätz­lich waren bei­de eigent­lich schon zu alt dafür, doch ein Engel erschien Zacha­ri­as, einem Pries­ter, im Tem­pel und sag­te ihm, er wür­de einen Sohn bekom­men, den er Johan­nes nen­nen sol­le. Zacha­ri­as glaub­te dem Engel, aus zuvor genann­ten Grün­den, nicht, wes­halb er zur Stra­fe bis zur Geburt sei­nes Soh­nes stumm war. Johan­nes soll­te „groß sein vor dem Herrn […] und schon von Mut­ter­lei­be an mit dem Hei­li­gen Geist erfüllt wer­den“ (Lk 1,15) und vie­le Israe­li­ten zum Umkeh­ren (Lebens­wan­del) bewe­gen (Lk 1,16). Als Zacha­ri­as nach der Nach­richt aus dem Tem­pel kam, wun­der­te sich das Volk, dass er nicht mehr reden konn­te. Ab Vers 26 springt die Erzäh­lung zu Maria, eine Ver­wand­te Eli­sa­beths. Sie weiß laut eige­ner Aus­sa­ge „von kei­nem Man­ne“ (Lk 1 V. 34) und bekommt trotz­dem von einem Engel die Nach­richt, dass auch sie durch Got­tes Kraft einen Sohn bekom­men wür­de, den sie Jesus nen­nen sol­le. Der Engel sag­te über Jesus er wür­de „groß sein und Sohn des Höchs­ten genannt wer­den; und Gott der Herr [wür­de] ihm den Thron sei­nes Vaters David geben, und er [wür­de] König sein über das Haus Jakob in Ewig­keit, und sein Reich [wür­de] kein Ende haben.“ (Lk 1,32f) Maria akzep­tiert Got­tes Wahl, ord­net sich ihm unter und bezeich­net sich als sei­ne Magd (V.38). Maria besucht dar­auf­hin Eli­sa­beth. Die­se bemerkt am Hüp­fen ihres Babys im Bauch, dass Maria ein Kind von Gott bekom­men wird. Ab Vers 46 lobt Maria Gott und freut sich sehr, weil er sie aus­ge­sucht hat, ein beson­de­res Kind zur Welt zu brin­gen. Im Fol­gen­den zählt sie Posi­ti­ves auf, was den Herrn aus­macht und was er in Zukunft (auch durch Jesus) tun wird, wie bspw. „Er stößt die Gewal­ti­gen vom Thron und erhebt die Nied­ri­gen.“ (V. 52) und hebt Got­tes Barm­her­zig­keit her­vor. Die­se Aus­sa­ge ist ein Zitat aus Sirach 10, 14 kommt aber mit ähn­li­cher Aus­sa­ge auch an andern Stel­len im Alten Tes­ta­ment vor, wodurch sich Maria auf die­se Ver­hei­ßun­gen beruft. (more…)

Ist Gott eine Frau?

 

 

Zwei­tä­gi­ge Ver­an­stal­tung am 18./19.10. im Insti­tut für Theo­lo­gie und Sozial­ethik

Die inter­es­sier­ten Teil­neh­me­rin­nen wünsch­ten eine Ver­tie­fung am 02.11.2019.

Erör­tert wur­den anhand mei­ner Vor­le­sung Grund­fra­gen der Ent­wick­lung der femi­nistischen Theo­lo­gie seit den Tagen Mary Dalys, vgl. auch die Wiki­pe­dia-Arti­kel zu „femi­nis­ti­scher Theo­lo­gie“ und zu „Mary Daly“. (more…)

17. Oktober 2019

Johan­nes­evan­ge­li­um

Johan­ne­s­pro­log und Joh 3

Der Johan­ne­s­pro­log

 

 

Grie­chi­sche Lek­tü­re des Johan­nes­evan­ge­li­ums

Zu jeder Sit­zung wird hier eine knap­pe Zusam­men­fas­sung ver­öf­fent­licht. Die ers­ten 14 Ver­se des Johevs fin­den sich seg­men­tiert oben im zwei­ten Link.

In der ers­ten Sit­zung haben wir bis 1,5 über­setzt, bis 1,18 soll­ten wir in der zwei­ten kom­men. Trotz­dem bit­te 3,1-15 vor­be­rei­ten. Der Text befin­det sich seg­men­tiert im ers­ten Link oben. Auf Bible­Works als Hilfs­mit­tel wur­de hin­ge­wie­sen.

Da der Pro­log mit dem λόγος und sei­nem Ver­hält­nis zum θεός beginnt, waren auch dog­ma­ti­sche Fra­gen The­ma der Sit­zung. Reli­gi­ons­ge­schicht­li­che Über­le­gun­gen sind aber aus­schlag­ge­bend. Der Zusam­men­hang mit Gen 1 und Prov 8,22ff ist zu beach­ten.

 

 

 

 

 

23. September 2019

15. Sonn­tag nach Tri­ni­ta­tis: Mt 6,25ff

 

Schrift­le­sung: Pre­di­ger 2,3-11

Pre­digt: Mt 6,25-34

 

25Deswegen sage ich euch:

Sorgt euch nicht ängst­lich um euer Leben, was ihr essen oder was ihr trin­ken sollt, auch nicht um euren Leib, was ihr anzie­hen sollt. Ist nicht das Leben viel mehr als Essen, der Leib viel mehr als Klei­dung?

26Seht euch die Vögel des Him­mels an: Sie säen nicht und ern­ten nicht, sam­meln auch kei­ne Vor­rä­te in Scheu­nen – und Gott, Vater und Mut­ter für euch im Him­mel, ernährt sie. Unter­schei­det ihr euch nicht in vie­lem von ihnen? 27Könnt ihr eurem Lebens­al­ter auch nur eine kur­ze Stre­cke hin­zu­fü­gen, indem ihr euch Sor­gen macht? 28Und was sorgt ihr euch um Klei­dung?
Betrach­tet die Lili­en auf den Fel­dern, wie sie sich im Wach­sen ent­fal­ten: Sie mühen sich nicht ab und spin­nen kein Kleid. 29Doch ich sage euch: Nicht ein­mal Salo­mo in sei­nem gan­zen Glanz war schö­ner geklei­det als eine die­ser Feld­blu­men.
30Wenn aber Gott selbst die Grä­ser auf dem Feld so klei­det, das Kraut, das heu­te da ist und mor­gen in den Ofen gewor­fen wird, um wie viel mehr euch, ihr Men­schen mit wenig Ver­trau­en!

31So hört nun auf, euch zu sor­gen und zu sagen: Was sol­len wir essen? Oder: Was sol­len wir trin­ken? Oder: Womit sol­len wir uns klei­den? 32Auf das alles rich­ten die Men­schen der Völ­ker ihren Sinn. Gott, Vater und Mut­ter für euch im Him­mel, weiß ja, dass ihr dies alles braucht.
33Sucht hin­ge­gen zuerst das Reich und die Gerech­tig­keit Got­tes, und dies alles wird euch dazu geschenkt wer­den. 34Sorgt euch des­halb nicht um mor­gen, denn der mor­gi­ge Tag wird für sich selbst sor­gen. Es reicht, wenn jeder Tag sei­ne eige­ne Belas­tung hat.1

 

Lie­be Gemein­de,

 

die letz­ten bei­den Wochen sind vom Erfolg eines 16jährigen Mäd­chens mit Zöp­fen geprägt. Ihre Form des gewalt­sa­men Wider­stands des frei­täg­li­chen Schul­streiks hat sich zu einer welt­wei­ten Pro­test­be­we­gung aus­ge­wei­tet. Daher sprach Gre­ta Thun­berg vor der UNO-Voll­ver­samm­lung in For­men der klas­si­schen Rhe­to­rik, von der auch die Bibel und auch unser heu­ti­ger Pre­dig­text geprägt sind.

Viel­leicht nei­gen wir vor der wil­den Dis­kus­si­on um Gre­ta dazu die­sen berühm­ten Text der Berg­pre­digt Jesu miss­zu­ver­ste­hen, z. B. als aske­ti­sches Gesetz, als grü­nes Ver­bot uns zu ent­hal­ten, etwa von Fleisch oder ele­gan­ter Klei­dung, von Ver­schwen­dung von Geld, als eine Art auch schon anti­ker Lebens­kunst, wie wir unser Leben beson­nen in den Griff bekom­men, sodass wir nicht uns selbst und ande­ren scha­den.2 (more…)

  1. Vgl. BgS, zur Stel­le, Lui­se Schott­roff.
  2. Vgl. Art. Lebens­kunst, WiBiLex http://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/59490/ mit anti­ken Bei­spie­len.
9. August 2019

Die drit­te Auf­klä­rung von Micha­el Ham­pe

Ankün­di­gung

 

Aus­ein­an­der­set­zung mit Micha­el Ηam­pe, Drit­te Auf­klä­rung, Ber­lin 2018, hier in andert­halb Wochen.

Ein wich­ti­ger Bei­trag des Phi­lo­so­phen an der ETH Zürich.

  1. Auf­klä­rung, kon­zen­triert auf Sokra­tes. Über­win­dung von Gewalt und Grau­sam­keit durch Argu­men­ta­ti­on.
  2. Auf­klä­rung, kon­zen­triert auf Kant u. a. Empi­ri­sche Wis­sen­schaf­ten.
  3.  Auf­klä­rung, ori­en­tiert an der prag­ma­tis­ti­schen Rezep­ti­on der Mit­spie­ler-Meta­pher in Kants Anthro­po­lo­gie in prag­ma­ti­scher Hin­sicht. „Drit­te Auf­klä­rung“ wur­de zuerst von Put­nam mit einem Text von John Dew­ey in Ver­bin­dung gebracht.

Ham­pes Text arbei­tet noch nicht Gre­ta Thun­berg ein, aber geht auf pro­ble­ma­ti­sche Ent­wick­lun­gen wie Trump, Bots usf. ein. Zur Illu­si­ons­lo­sig­keit gehört, dass wir die Gegen­be­we­gun­gen wahr­neh­men, ana­ly­sie­ren. Dass die drit­te Auf­klä­rung sich ent­fal­tet, hängt von uns ab, indem wir zum Sub­jekt unse­rer Geschich­te zusam­men­wach­sen, wobei Ham­pe whitehead­mä­ßig dabei mit recht am Bil­dungs­ver­ständ­nis Dew­eys anknüpft. Das ist welt­weit gedacht, mit­hin muss es um inter­kul­tu­rel­le Bil­dung gehen.

 

17. Juli 2019

Kla­ge­lie­der Jere­mi­as, Eze­chiel I

Kla­ge­lie­der Jere­mi­as / Thre­ni

Die (durch die LXX) dem Jere­mia zuge­schrie­be­nen fünf Kla­ge­lie­der stam­men von unbe­kann­ten Dich­tern der Exils­zeit). Sie geben Auf­schluss über die Situa­ti­on nach Zer­stö­rung des Tem­pels; das ers­te Lied kann mög­li­cher­wei­se schon nach der ers­ten Depor­ta­ti­on 597 ent­stan­den sein. Die Lie­der 1, 2 und 4 set­zen mit dem Wehe­ruf der Toten­kla­ge ein, daher hat das Buch sei­nen hebräi­schen Namen אֵיכָה, ’êkâ. Der auch übli­che Name „Thre­ni“ lei­tet sich von dem in der LXX gebrauch­ten, grie­chi­schen Wort für „Kla­ge­lied“ ab.
Die Per­spek­ti­ve der Lie­der ist trotz aller Zer­stö­rung die Hoff­nung auf erneu­te Zuwen­dung Got­tes. Man akzep­tiert die Gerichts­bot­schaft der Pro­phe­ten, so fin­det sich in 3,40-42 ein Buß- oder Umkehr-Bekennt­nis. Die Lie­der sind wohl bei Kla­ge­fei­ern gesun­gen wor­den, wie sie in Sach 7,3 belegt sind. Der Form nach han­delt es sich um ver­misch­te Gat­tun­gen, wobei die Grund­gat­tung die des Kla­ge­lie­des des Vol­kes ist, Kap. 3 ist aber ein Kla­ge­lied des Ein­zel­nen. Die ers­ten vier Lie­der sind alpha­be­ti­sche Akro­sticha, d. h., dass jeder Vers mit einem Buch­sta­ben des hebräi­schen Alpha­bets beginnt; in Kap. 3 sind es jeweils 3 Ver­se. Daher haben die­se Kapi­tel 22 bzw. 66 Ver­se; in deut­schen Über­set­zun­gen ist das Stil­mit­tel nicht sicht­bar.

Eze­chiel

 Über­sicht über das Eze­chiel­buch

1-24  Unheils­wor­te über Israel/Juda
25-32 Unheils­wor­te über Fremd­völ­ker
33-39  Heils­wor­te nach der Zer­stö­rung Jeru­sa­lems
40-48 Das neue Jeru­sa­lem

Wirk­sam­keit

Der Pro­phet Eze­chiel („Gott möge kräf­ti­gen“; Namens­form nach Luther: Hese­kiel) war ein Pries­ter, der mit der ers­ten Ver­ban­nung 597 nach Baby­lon depor­tiert wur­de und dort von 593 bis ca. 571 gewirkt hat. Sei­ne Ver­kün­di­gung ist nach Spra­che und Inhalt sehr typisch, zu cha­rak­te­ri­sie­ren als theo­lo­gia glo­riae: Eze­chiel schreibt, um die Herr­lich­keit bzw. den Glanz Got­tes zu ver­kün­den. Die typi­schen Merk­ma­le sind auch von Eze­chiels Schü­lern, die für die Kom­po­si­ti­on des Buches ver­ant­wort­lich waren, bei­be­hal­ten wor­den. Der Umfang der spä­te­ren Zufü­gun­gen ist umstrit­ten. Die Spra­che Eze­chiels ist ein­deu­tig pries­ter­lich und steht der Pries­ter­schrift, der Haupt­re­dak­ti­ons­schicht in Gen-Num (1.-4. Mose) nahe, er selbst ist wohl bei Got­tes­diens­ten unter den Exu­lan­ten auf­ge­tre­ten (1,3), so dass er mög­li­cher­wei­se ursprüng­lich Kult­pro­phet war. Wie auch Jesa­ja und Jere­mia warn­te er vor Auf­stands­be­we­gun­gen gegen die Baby­lo­ni­er (Jesa­ja: gegen die Assy­rer), 21,28-30. Ähn­lich dem deu­te­ro­no­mis­ti­schen Geschichts­werk ver­steht Eze­chiel das Exil als ver­dien­te Stra­fe für den Abfall Isra­els zu ande­ren Göt­tern, Kap. 8. (more…)

12. Juli 2019

Zwölf­te Vor­le­sung zur Εin­füh­rung in die Her­me­neu­tik des Neu­en Tes­ta­ments

 

Verehrte Damen und Herren,

 

ich begrüße Sie zum Epilog der Vorlesung!

 

1. Die Parabel von der selbstwachsenden Saat (Mk 4,26-29)

Ich bin der Überzeugung, dass man das Extravaganzkonzept, welches Harnisch 1 auf große Erzählungen beschränkte wie die Arbeiter im Weinberg, den barmherzigen Samaritaner, den Schalksknecht u. a. m., auch auf kleinere Parabeln anwenden kann, die als rhetorische Gattung der παραβολαί beachtliche Verbreitung besitzen. Wir sehen uns heute exemplarisch die Parabel von der „selbst wachsenden Saat“ in Mk 4,26-29 an. (more…)

  1. Die Gleichniserzählungen Jesu. Eine hermeneutische Einführung, UTB 1343). Vgl. Vorlesung sieben.
6. Juli 2019

Zusam­men­fas­sung 02.07.

 

Mt 7,1-23

7,1ff ist zunächst selbst­kri­tisch, die berühm­te Gno­me (Sinn­spruch) von Balken/Splitter, nicht rich­ten, damit … 7,6 das Hei­li­ge nicht vor die Hun­de, Per­len nicht vor die Schwei­ne, sonst … Gemeint ist wohl wie in 6,1ff kein Selbst­ruhm vor Ande­ren.
7,7ff wie­der Schöp­fungs­ver­trau­en, bit­tet, so … Selbst die bösen Hörer*innen im Publi­kum geben ihren Kin­dern kei­ne Stei­ne anstel­le von Brot. Beleg dafür, dass 5,13 eine cap­tatio ben­evo­len­tiae ist.
7,12: Gol­de­ne Regel: Zunächst ist fest­zu­hal­ten, dass es sich um eine Aus­le­gung der Hei­li­gen Schrif­ten der Juden* han­delt. Ihr Sinn wird bestimmt und des­halb soll man der­art han­deln. Was hat es dann mit dem Gesetz und den Pro­phe­ten auf sich? Ich soll mich selbst beob­ach­ten. Was sind mei­ne Wün­sche und Erwar­tun­gen? Möch­te ich als der indi­vi­du­el­le Mensch, der ich bin, akzep­tiert und aner­kannt wer­den? Dazu muss ich mich aber auch in die ande­ren Men­schen ver­set­zen: Ich soll ja genau das­je­ni­ge tun, was ich von ande­ren Men­schen erwar­te, dass sie gegen­über mir in bestimm­ter Wei­se han­deln. Wenn ich die ande­ren Men­schen gar nicht in ihrer Eigen­art wahr­neh­me, kann ich auch kei­ne rea­lis­ti­schen Erwar­tun­gen aus­bil­den. Mit­hin geht es dar­um, dass ich die ande­ren Men­schen als die mir frem­den Men­schen, die sie nun ein­mal sind, in mei­ne Erwar­tun­gen und Hand­lungs­op­tio­nen ein­be­zie­he. Ent­spre­chend muss ich mich auch offen mit ihnen beschäf­ti­gen und aus­ein­an­der­set­zen.
7,13ff: Enger/weiter Weg, Wöl­fe im Schafs­pelz, Gerichts­sze­na­rio.
Es scheint mög­lich, im Kon­text von 5,11f eine Ver­fol­gungs­si­tua­ti­on zu unter­stel­len. Syn­ago­gen­aus­schluss könn­te zu einer Art Vogel­frei­heit im Kon­text des römi­schen Staa­tes füh­ren, Hypo­the­se!

 

 

5. Juli 2019

Elf­te Vor­le­sung zur Ein­füh­rung in die Her­me­neu­tik des Neu­en Tes­ta­ments

Uni Hei­del­berg

 

Ver­ehr­te Damen und Her­ren,

 

heu­te geht es um die Berg­pre­digt. Gibt es noch Rück­fra­gen zur zehn­ten Vor­le­sung?

 

1. Hin­füh­rung

Die „Berg­pre­digt“ in Mt 5-7 gehört sicher zu den ein­drucks­volls­ten Tex­ten. Sie besitzt in Lk 6 eine Par­al­le­le, die soge­nann­te „Feld­re­de“ – weil Jesus hier nicht mit sei­nen Schü­lern auf „dem“ Berg steht und zur Volks­men­ge spricht, son­dern auf ebe­ner Erde. (more…)