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Alltag und Philosophie - Im Alltag liegt die Weisheit verborgen …


6. Dezember 2011

Gal 3,26-29

Die Teilnehmer/innen hatten noch etliche Nachfragen zu 1Kor 15. Dabei stand der Verwandlungs- und Prozessgedanke im Vordergrund, von dem manche kirchlich noch nichts gehört haben. Möglich ist, dass auch Paulus durchaus „negativ“ von Gott und der Auferweckung spricht. Gleichwohl ist positiv zu erkennen, dass der „Leib“ für ihn ein Beziehungsbegriff ist, der ein Selbstverhältnis, Weltverhältnisse und das durch Christus vermittelte Gottesverhältnis bezeichnet. Als „Leib Christi“ kann das Wort metaphorisch sogar die Gemeinde bezeichnen. Zwar erfährt man wenig darüber, wie dieser „geistliche“ Leib nun genau aussieht, aber klar ist, dass auch der Leib im „Glanz“ auf andere, anderes, sich selbst und Gott bezogen ist.

Mit der ausführlichen Erörterung von Gal 3,26-29 schlossen wir den Paulusteil zur Anthropologie ab, bevor wir zu Mt 6,19ff übergehen. Manchen erschien der Text vor dem Hintergrund ihrer kirchlichen Erfahrung eher revolutionär. Natürlich gibt es bei Paulus auch gegenteilige Texte, es ist unsicher, ob diese nachpaulinisch sind – oder Paulus einen schwachen Tag hatte. Jedenfalls ist Gal 3,26-29 wohl ein altes Taufbekenntnis o. Ä., das Paulus hier zustimmend zitiert. Danach wird der „Christus“ bzw. Messias „angezogen“, die Bekleidungsmetaphorik ist in der Antike verbreitet. Die Folge ist, dass weder „Männliches noch Weibliches, weder Jude noch Grieche bzw. Sklave noch Freier“ in Christus etwas gelten. Dominanzbestrebungen usf. sollen daher nicht sein. Für unser Grenzthema ist das wichtig: Anthropologisch werden gesellschaftliche und biotische Grenzen überschritten – ähnlich wie beim „natürlichen“ und „geistlichen“ Leib. Alle erfahren sich „in Christus“, sind also auf ihn bezogen. Das Christentum hat überwiegend in seiner Geschichte das Potenzial dieses Textes nicht hinreichend genutzt.

Interessant ist auch der Bezug auf „Abraham“, den „Vater des Glaubens“ usf. (vgl. Röm 4). In ihm sind nach 1. Mose 12 alle Völker gesegnet – eine durchaus aangemessene schriftgelehrte Interpretation, die diesem Text gegenüber anderen Texten den Vorzug gibt.

Paulinisch ist wieder klar: Der Mensch kommt aus dem „Glanz“. Dieser ist verlustig gegangen („Adam“) – und wird durch Kreuz und Auferweckung Jesu wieder für die Menschen vermittelt. Hier werden für die Gegenwart dann die dominanten gesellschaftlichen Gegensätze als vorübergehend verstanden.

Die Getauften stehen exemplarisch für alle Menschen, die dieser Prozess betrifft.

 

11. April 2011

Was ist der Mensch? Grenzen des Menschseins aus der Sicht des NT (TUD)

S1 02/330, 11.40 Uhr – 13.20 Uhr

 

18.10. Kennenlernen, Seminarplan, Sozialform, Vorgehensweise: “Der Mensch ist eine schwäbische Hausfrau”

25.10. Psalm 8

01.11. Röm 3,28

08.11. Röm 8,18-49

22.11. 1Kor 15 I

29.11. 1Kor 15 II

06.12. Gal 3,26-29

13.12. Mt 6,19-34

20.12. Mk 10,13-16

1o.01. Kol 1,15-23

17.01. Mk 5,35-43

24.01. Texte von Richard Dawkins/Humberto Maturana

28.01. Offene Fragen (freiwilllig)

31.01. Offene Fragen

07.02. Abschlussdiskussion

 

 

14. November 2009

Der Beitrag von Bauer 2008 zu einer nachdarwinistischen Biologie

Joachim Bauer ist Psychosomatiker in Freiburg. Er hat aber in der Molekularbiologie und der Neurobiologie geforscht – und entwickelt nun allmählich eine eigene Theorie, Joachim Bauerdie u. a. auf Forschungen von James Shapiro in den USA beruht. Ausgangspunkt sind die im Kurs besprochenen Arbeiten von Barbara McClintock. Bauer hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die grundlegenden Unterstellungen Darwins infrage zu stellen.

„Der Kern der klassischen, aber auch der modernen, ‚New Synthesis‘ genannten darwinistischen Position bildet … die Annahme, neue Spezies entstünden, indem Genome einer kontinuierlichen, langsamen und graduellen Veränderung durch Mutationen ausgesetzt seien, die nach dem Zufallsprinzip auftreten. Mutationen sind Veränderungen im ‚Text‘ der Erbsubstanz DNA, die sich daraus ergeben, dass ein Einzelbaustein der DNA durch einen anderen ersetzt wurde. (weiterlesen…)